Orthoptische Sprechstunde

Gutes Sehen beginnt früh.

In unserer orthoptischen Sprechstunde untersuchen wir das Zusammenspiel beider Augen, die Sehentwicklung und mögliche Augenfehlstellungen – kindgerecht, sorgfältig und ergänzt durch die augenärztliche Beurteilung.

Kinder & Jugendliche · Schielen & Sehentwicklung · Augenärztlich begleitet

Symbolische Untersuchungsszene: Kind mit Brille und Abdeckscheibe bei einer Sehprüfung
KI-generiert
!

Kinder bemerken eine einseitige Sehschwäche häufig nicht selbst.Je früher eine gestörte Sehentwicklung erkannt wird, desto besser können die vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten genutzt werden.

Wann ist Orthoptik sinnvoll?

Wenn beide Augen nicht selbstverständlich zusammenspielen.

Eine orthoptische Untersuchung ist besonders wichtig, wenn Hinweise auf Schielen, eine ungleiche Sehentwicklung oder eine Störung der Augenbeweglichkeit bestehen. Auch eine familiäre Vorbelastung kann Anlass für eine frühzeitige Kontrolle sein.

01

Sichtbares oder zeitweises Schielen

Ein Auge weicht dauerhaft oder phasenweise ab – manchmal nur bei Müdigkeit, Konzentration oder hellem Licht.

02

Auffällige Sehentwicklung

Ein Kind kneift ein Auge zu, hält den Kopf schief, greift häufig daneben oder zeigt Unsicherheiten beim räumlichen Sehen.

03

Familiäre Vorbelastung

Schielen, ausgeprägte Fehlsichtigkeit oder eine Amblyopie bei Eltern und Geschwistern können das individuelle Risiko erhöhen.

04

Unterschiedliche Brillenwerte

Stärker abweichende Fehlsichtigkeiten beider Augen können dazu führen, dass sich ein Auge schlechter entwickelt.

05

Kopfschmerzen oder Doppelbilder

Beschwerden beim Lesen, rasche Ermüdung oder Doppelbilder können mit einer Störung des beidäugigen Sehens zusammenhängen.

06

Empfehlung zur Kontrolle

Nach einer kinderärztlichen Auffälligkeit, einem Screeningbefund oder zur Verlaufskontrolle einer bekannten Störung.

Orthoptische Diagnostik

Kindgerecht prüfen. Medizinisch einordnen.

Die Untersuchungen werden dem Alter und den Möglichkeiten des Kindes angepasst. Nicht jede Prüfung ist bei jedem Termin erforderlich; entscheidend sind Anlass, Mitarbeit und bisheriger Befund.

Sehschärfe beider Augen

Jedes Auge wird einzeln mit altersgerechten Sehzeichen geprüft, um Seitenunterschiede früh zu erkennen.

Augenstellung und Beweglichkeit

Abdecktests und Blickbewegungen zeigen, ob eine Fehlstellung oder Einschränkung der Augenmuskelfunktion besteht.

Räumliches Sehen

Tests des beidäugigen Sehens prüfen, wie gut beide Augen ihre Bilder zu einem gemeinsamen Seheindruck verbinden.

Brillenbedarf

Hinweise auf eine relevante Fehlsichtigkeit werden erfasst und bei Bedarf augenärztlich weiter untersucht.

Fixation und Sehentwicklung

Bei jüngeren Kindern werden Blickverhalten und die bevorzugte Nutzung eines Auges gezielt beurteilt.

Augenärztlicher Befund

Die orthoptischen Ergebnisse werden mit der ärztlichen Untersuchung des Auges zusammengeführt.

Zur sicheren Bestimmung einer Fehlsichtigkeit kann insbesondere bei Kindern eine Untersuchung nach Pupillenerweiterung erforderlich sein. Ob und wann diese sinnvoll ist, wird individuell entschieden.

Ihr Termin

Ruhig, strukturiert und ohne Leistungsdruck.

Kinder müssen bei der Untersuchung nichts „bestehen“. Wir wählen die Tests so, dass auch kleine oder zunächst zurückhaltende Kinder gut mitmachen können.

01

Ankommen

Wir besprechen Beobachtungen, Vorbefunde und den konkreten Anlass der Untersuchung.

02

Orthoptische Untersuchung

Sehschärfe, Augenstellung, Beweglichkeit und beidäugiges Sehen werden altersgerecht geprüft.

03

Augenärztliche Beurteilung

Die Ergebnisse werden ärztlich ergänzt, medizinisch eingeordnet und gemeinsam besprochen.

04

Weitere Empfehlung

Sie erhalten einen nachvollziehbaren Plan für Brille, Behandlung, Kontrolle oder weiterführende Abklärung.

Behandlung und Verlauf

Sehentwicklung gezielt unterstützen.

Wenn ein Auge in der frühen Kindheit weniger genutzt wird, kann sich eine Amblyopie – eine funktionelle Sehschwäche – entwickeln. Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Alter und Ausprägung.

Passende BrillenkorrekturEine erforderliche Brille schafft die optische Grundlage für eine möglichst gleichmäßige Sehentwicklung.
OkklusionsbehandlungDas stärkere Auge wird nach individuellem Plan zeitweise abgedeckt, damit das schwächere Auge aktiver genutzt wird.
VerlaufskontrollenSehschärfe und Augenstellung werden in passenden Abständen überprüft und die Behandlung angepasst.
Weiterführende BehandlungBei Bedarf besprechen wir weitere diagnostische oder operative Möglichkeiten und koordinieren die nächsten Schritte.

Eine Behandlung wird nicht pauschal festgelegt. Dauer und Intensität richten sich nach dem individuellen Befund und werden im Verlauf angepasst.

Orthoptik für Erwachsene

Auch später kann das Zusammenspiel der Augen Probleme bereiten.

Orthoptische Diagnostik ist nicht auf Kinder beschränkt. Bei Erwachsenen können Doppelbilder, Augenmuskelstörungen oder Beschwerden des beidäugigen Sehens gezielt untersucht und augenärztlich eingeordnet werden.

Plötzlich neu aufgetretene Doppelbilder sind allerdings kein Fall für einen regulären Routinetermin und sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden.

DoppelbilderPrüfung von Augenstellung, Beweglichkeit und möglichen Blickrichtungsabhängigkeiten.
AugenmuskelstörungenOrthoptische Verlaufskontrolle bei bekannten Paresen oder nach neurologischen Erkrankungen.
Beschwerden beim NahsehenBeurteilung von Konvergenz und beidäugigem Zusammenspiel bei Lesen und Bildschirmarbeit.
Prismen und AusgleichErprobung einer möglichen Prismenkorrektur, wenn sie medizinisch sinnvoll erscheint.

Separat organisierte Sprechstunde

Zeit für eine sorgfältige Untersuchung.

Die orthoptische Sprechstunde startet Anfang 2027 und wird als eigener Terminbereich für Privatpatienten und Selbstzahler organisiert. Dadurch können wir ausreichend Zeit für Untersuchung, augenärztliche Beurteilung und die Besprechung mit den Eltern einplanen.

Die Abrechnung erfolgt privatärztlich nach der Gebührenordnung für Ärzte. Der konkrete Betrag richtet sich nach Untersuchungsanlass und erforderlichem Leistungsumfang.

Häufige Fragen

Gut vorbereitet zur Orthoptik.

Ab welchem Alter kann mein Kind untersucht werden?

Orthoptische Untersuchungen sind bereits bei Säuglingen und Kleinkindern möglich. Die Methoden werden an Alter und Mitarbeit angepasst; Lesen oder das Benennen von Buchstaben ist nicht erforderlich.

Was sollen wir zum Termin mitbringen?

Bitte bringen Sie vorhandene Brillen, frühere Augenarzt- oder Orthoptikbefunde, den gelben Vorsorgepass und – falls vorhanden – Überweisungen oder Screeningunterlagen mit.

Werden die Augen bei jedem Termin weitgetropft?

Nein. Eine Pupillenerweiterung ist nicht bei jeder Kontrolle nötig. Sie kann aber zur genauen Bestimmung der Brechkraft oder zur vollständigen augenärztlichen Untersuchung sinnvoll sein.

Was kostet der Orthoptiktermin?

Je nach Untersuchungsanlass und erforderlichem Leistungsumfang liegen die Kosten in der Regel zwischen 150 und 280 Euro. Die Abrechnung erfolgt privat nach GOÄ.